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Die selektive Wahrnehmung bei den Piraten

Bild des Benutzers XiongShui

Anlass für diesen Artikel war mal wieder ein Alten- Bashing eines Piraten, nicht irgendeines Piraten, es war schon einer, der etwas zu sagen hat.

Ich habe dazu auf Twitter schon mehrfach angemerkt, daß es bei älteren Piraten- Sympathisanten nicht gut ankommt, wenn anlasslos immer wieder Hiebe gegen ältere Menschen ausgeteilt werden. Es käme auch nicht gut an, wenn es einen Anlass gäbe. Dann könnte man das sicher mit sachlicher Kritik verbinden und müsste es nicht am Lebensalter festmachen. Es gibt Menschen, die werden schon so 'alt' geboren, wie sie niemals werden und andere setzen uns noch als Hundertjährige in Erstaunen, wie der Marathonläufer Singh.

Offenbar geht es bei diesen gelegentlichen Ausbrüchen gegen ältere Mitmenschen auch nicht um irgendwie berechtigte Kritik, sondern ganz schlicht um ein persönliches Problem desjenigen, der diese Pseudokritik anbringt. Mit anderen Worten, um einen klaren Fall von selektiver Wahrnehmung: ich bin ok, meine Umwelt ist schlecht, oder: was ich denke, ist richtig, was meine Umwelt denkt, falsch. Ist das nicht ein bisschen einfach? Vor allem für einen Politiker?

Doch es hört nicht damit auf, daß alte Menschen a priori dumm und unwissend sind. Diese selektive Wahrnehmung zieht sich bei einigen Piraten quer durch ihr ganzes Denken: so sind zum Beispiel alle Katholiken schlecht und alles was Islam heißt, ist gut. Das ist natürlich genauso ein Unfug. Vergessen wird, das die moslemische Geschichte genauso Genozide aufzuweisen hat, wie die katholische. Vergessen wird dabei, daß die evangelische Kirche genauso von Missbrauch, Sadismus und Drogenmissbrauch, heimgesucht ist, wie die katholische. Vergessen wird, daß gerade die vielen Sekten möglicherweise in der Summe mehr Schuld auf sich geladen haben, als die 'Amtskirchen'.

Es ist nun einmal so: all das, was Piraten sauer aufstößt, kommt nicht nur bei einer bestimmten Gruppe von Menschen vor: nein, es ist menschlich, kommt überall vor – und damit kann es auch bei Piraten vorkommen.

Es sind auch nicht 'die Banken' oder 'die Banker' was schlecht ist. Es sind ganz einfach Auswüchse, die entstehen konnten, weil die Aufsicht nicht funktioniert hat; weil, solange alles gut geht, sich niemand um die Kontrolle der 'innovativen Produkte' der Banken geschert hat. Es täte gut, wenn sich Piraten mehr um Details kümmern würden – denn wenn sie tatsächlich 'für eine andere Politik' stehen wollen, müssen sie heraus aus den ausgefahrenen Bahnen, in denen sich die Politik bewegt: sie brauchen dann einen Blick für das Detail, brauchen eine akribische Analyse dessen was falsch läuft, um dem etwas Besseres entgegenzusetzen. Lediglich zu sagen, wir machen jetzt das Gegenteil von dem was immer gemacht wurde, reicht keinesfalls aus um all die Änderhaken zu rechtfertigen, mit denen sie jetzt nach und nach in die Parlamente einziehen.

Ein ganz großes Problem stellt auch Kritik dar: gerade jene, die sich als Wortführer etabliert haben, können mit Kritik schlecht, bis garnicht umgehen. Gerade sie hätten aber die Verantwortung, besonders genau auf Kritik zu hören, um eben nicht in alte Fahrwasser zu geraten – dieses Abwiegeln, Kritik nicht zulassen und eingeschnappt reagieren, das können die Altparteien weitaus besser. Bei den Piraten wirkt es lediglich trotzig und damit unreif.

Ich hoffe, daß dies so verstanden wird, wie es gemeint ist: als freundschaftlicher Rat, Fehler zu vermeiden. Oder, um noch einmal Gadamer zu zitieren: „Verstehen beruht auf der Annahme, daß der andere Recht haben könnte.“

Kommentare

Stimme 100%ig zu

Blöder Blog-Text, da steht nichts drin außer Vorhaltungen; in wie fern bashen die Piraten denn jetzt alte Menschen?

Und worum ging's jetzt?

Irgendjemand hat irgendwann mal irgendwas gesagt und deshalb schreib ich jetzt diesen Text!? äh? Ross und Reiter?

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die Kommentare sprechen für sich.