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Zu Druckerschwärze geronnene Arroganz

Bild des Benutzers XiongShui

Es gehört schon eine Menge Chuzpe dazu, einen solchen Artikel zu verfassen, der ausschließlich von Stimmungen lebt und jede Form sachlicher Kritik ausklammert.

Worum es geht? In der Frankfurter Rundschau wurde eine Kolumne
veröffentlicht [Link], die sich mit der Piratenpartei befasst. Es mag einer SPD- nahen Zeitung nicht so recht in den Kram passen, daß der Newcomer Piratenpartei auch in der Wählerschaft der SPD wildert - wobei anzumerken ist, daß das Hauptkontingent an Wählerstimmen bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl mit 33000 Stimmen aus dem Bereich der bis dahin Nichtwähler stammt.

Von einer Zeitung jedoch, die erwartet ernst genommen zu werden, erwarte ich als Leser, daß sie ihre 'Meinung' auf Fakten aufbaut und nicht auf persönlichen Animositäten der Kolumnistin.

Mag es noch als schlechter Stil durchgehen, sich an Äußerlichkeiten der Kandidaten festzubeißen - die mir Sicherheit absolut nichts mit deren politischer Qualifikation zu tun haben, so ist es schon grotesk (oder einfach nur dumm?) Fakten zu verdrehen, zu verfälschen oder schlicht die Unwahrheit zu schreiben.

Das fängt gleich mit dem ersten Satz an: die Piraten wollen keineswegs 'alles umsonst'. Sie treten lediglich dafür ein, daß z.B. wissenschaftliche Untersuchungsergebnisse, die schließlich mit Steuerzahlergeld finanziert wurden, der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stehen. Was ist an einer solchen Forderung unlauter? Ebenso treten sie nicht für einen kostenlosen Nahverkehr ein, sondern fordern den fahrscheinlosen Nahverkehr, indem eine Kostenpauschale erhoben wird. Das sind nur zwei Beispiele.

Wie die Dame "vermiefte T- Shirts" auf einem Foto riechen will, wird ihr Geheimnis bleiben - und wenn es so wäre, würde es den Piraten allenfalls zur Ehre gereichen. Schließlich haben sie wochenlang einen Dauerstraßenwahlkampf geführt, an dem sich andere Parteien ein Beispiel nehmen können.

Auch die "ungelüfteten Internetsüchtigen" enbehren jeder faktischen Grundlage, zeigen jedoch einmal mehr die Stoßrichtung dieser Kolumne: diskreditieren ohne jeden sachlichen Gehalt.

Haben Sie das nötig, Frau Kiyak?

Auch die Piraten haben Schwächen in ihrem Programm, diese aufzuzeigen und daran eine fundierte Meinung zu knüpfen, wäre korrekte journalistische Arbeit. Was Sie hier abgeliefert haben, ist ein Machwerk für das eine Journalistin sich schämen sollte; eine Aneinanderreihung von Beleidigungen und Unterstellungen.

Tja, hätten sie sich mal eine Talkshow angesehen, in der ein Pirat saß. Gelegenheit gab es genug nach der Berlin- Wahl, dann hätten sie gesehen, daß Piraten sich durchaus benehmen können und niemandem ins Wort fallen - ganz im Gegensatz zu den Kollegen der Altparteien. Vielleicht wäre ihnen auch aufgefallen, daß sie es mit gebildeten Menschen zu tun haben, die es nicht nötig haben, andere zu beleidigen und zu beschimpfen. Stattdessen warten sie mit Fakten auf und machen auch keinen Hehl daraus, einmal nichts zu sagen, weil sie keine Fakten präsent haben.

Schämen Sie sich, Frau Kiyak!

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