
Die Rheinbahn baut seit einiger Zeit Haltestellen um, um sie behindertengerecht zu machen, an sich ein löbliches Unterfangen. Doch was dabei herauskommt, ist manchmal sehr absonderlich. Zum einen scheint es so zu sein, das kein Geld dafür da ist, alle Haltestellen auszubauen. Nun würde man sich als Rollstuhlfahrer wünschen, daß dann wenigstens jede zweite Haltestelle umgebaut wird. Mitnichten, die Umbauaktion erfolgt nach einem nicht nachvollziehbaren Schema, manchmal folgen drei ausgebaute Haltestellen einander, ein Andermal muss man fünf Haltestellen warten, ehe man wieder hinauskommt. Als wäre das nicht seltsam genug ist der Rheinbahn am, mal wieder, umgebauten Graf Adolf- Platz ein Geniestreich gelungen.
Serienmäßiger Combinozug am Graf Adolf- Platz
Wie man hier sieht, ist der Bahnsteig im vorderen Bereich abgesenkt, so daß die vordere Tür für einen Rollstuhlfahrer unpassierbar ist. Die vordere Tür ist allerdings der für Kinderwagen und Rollstühle vorgesehene Eingang. Hier ist der Bereich gegenüber der Tür frei, so daß zwei solcher Fahrzeuge Platz haben. Alle anderen Türen haben gegenüber Sitze, so daß es unmöglich ist mit einem Rollstuhl hinein und heraus zu kommen. Bei den Umbauten dieser Züge (Felzino), Spezialanfertigung für die Rheinbahn, gibt es glücklicherweise auch hinten zwei Plätze, nur verkehren diese Züge nur selten am Graf Adolf- Platz.
Hier ist eine Weiche mit im Bild, möglicher Grund für den Schildbürgerstreich
Dieser Haltestellenumbau ist ein Schildbürgerstreich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen die geschilderte Situation für Rollstuhlfahrer, dann ist wohl daran gedacht worden, das abbiegende Züge möglicherweise ausschwenken und dabei auf den Bahnsteig treffen würden. Das darf schon deshalb nicht sein, weil dort dann unter Umständen Fahrgäste von einer ausschwenkenden Bahn verletzt würden. Beim Warten auf die nächste Bahn hatte ich auch Gelegenheit zu beobachten, daß die alten 'Fräulein Düsseldorf' (mehr als dreißig Jahre im Einsatz und reif für's Abstellgleis) einen so hohen Wagenkasten, daß er ohne weiteres über den Bahnsteig schwenken kann. Dies ist auch der einzige Bahntyp, der überhaupt ausschwenkt. Die roten GT8s haben ebenfalls einen ausreichend hohen Wagenkasten und schwenken kaum aus, ebenso wenig schwenkt der Combino aus. Der Felzino hat eine völlig andere Bauform und kann nicht ausschwenken. Aber der Clou der Geschichte kommt jetzt: die hier quer laufende Strecke, für die das Ganze als alternative Wendeschleife gedacht ist, wird gerade zur U- Bahn umgebaut und dann verschwinden. Außerdem befindet sich zwei Kreuzungen weiter eine Wendeschleife.
Der gerade laufende Umbau vorhandener Haltestellen hindert die Rheinbahn jedenfalls nicht, neue Haltestellen flach, also nicht behindertengerecht zu bauen. Wie gerade auf dem Platz vor der Elisabethkirche (S- Bahnstation Wehrhahn) zu sehen ist. Schilda wohin man blickt.
Ach ja: als ich vor einiger Zeit in einem ähnlichen Zusammenhang dem Ordnungs- und Verkehrsdezernenten der Stadt angeboten habe, als Betroffener bei Planungen meinen Rat, indem ich zusammen mit einem Mitarbeiter Ortsbegehungen mache, zu geben - natürlich für die Stadt kostenlos, soviel Bürgersinn muss sein, wurde ich beschieden, man habe die Situation Behinderter "immer voll im Blick".
Dann ist ja alles in Ordnung.
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