Vor zwei Tagen schrieb da Einer auf Twitter, ihn beeindrucke die 'Chuzpe' [Link 1], auch weitere Tweeter schlossen sich dieser Meinung an [Link 2], mit der Wulff darauf bestehe, 'im Recht' zu sein. Nun hat das, was uns der Noch- Präsident da serviert, eher wenig mit Chuzpe zu tun. In diesem Begriff steckt immer auch ein Augenzwinkern der Bewunderung für die charmante Dreistigkeit, mit der der Protagonist vorgeht. Ein Beispiel für Chuzpe bietet diese Anekdote: Ein reicher Mann, der die Synagoge verlässt, wird von einem Bettler angesprochen: „Eine milde Gabe, Herr, eine milde Gabe.“ Der Reiche greift in die Tasche, gibt ihm eine Kopeke: „Da, Reb Nachum, hast Du eine Kopeke“. Der Bettler sieht auf die Kopeke (kleinste russische Münze) sieht dann schelmisch den Reichen an und sagt: „Was, nur eine Kopeke? Vorige Woche hast Du mir zwei gegeben.“ - „Nu, ich hatte eine schlechte Woche...“ „Wie? Erwidert der Bettler, „wenn DU eine schlechte Woche hast, soll ICH darunter leiden?“ Das ist Chuzpe, das hat in seiner Unverschämtheit noch Charme. (Wobei die Benennung des Bettlers als „Reb Nachum“ ebenso Chuzpe ist, denn der Rabbi Nachum ist ein hochangesehener Lehrer, auf den sich der Talmud [Link] immer wieder bezieht.)
Neue Kommentare