Foto: Helmut Richard Brox
„Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ So beginnt der Artikel Eins unserer Verfassung, des Grundgesetzes.
Vielen Menschen fällt es dennoch schwer, davon auszugehen, daß auch Obdachlose, Penner, wie sie abschätzig genannt werden, eine Würde haben könnten – ja, daß sie, was die Menschenwürde anlangt, mit ihnen auf einer Stufe stehen. Vielleicht darum ist auch der von den „Pennern“ bevorzugte Begriff „Berber“ kaum einem Menschen geläufig, der nicht beruflich oder auf andere Weise unmittelbar mit dieser Menschengruppe zu tun hat. Genau weiß man es nicht, es war wohl in den sechziger Jahren, als dieser Begriff von den Menschen, die auf der Straße leben, selbst geprägt wurde. Sie wollten damit so etwas wie Stolz auf ihre Leistung als Überlebensstrategen ausdrücken; die Berber waren lange ein stolzes und freies Reitervolk, welches nomadisierend durch die Wüste zog. In der Lebensform gibt es gewisse Parallelen zum Leben der „Berber“: auch sie überleben unter härtesten Bedingungen, sie schätzen ihre Freiheit über alle Maßen und auch sie nomadisieren, wenn auch in den meisten Fällen nicht so großräumig, wie das Volk der Berber.
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