Wind in die Segel; zeichnete: [Der Bulo]
Es hat sich seit Jahrzehnten eingebürgert: die wahren Entscheidungen, nicht nur in der deutschen Demokratie, fallen nicht mehr in den Parlamenten, sondern in den Ausschüssen. Wir alle kennen die Bilder aus dem Bundestag, in denen gelangweilte Abgeordnete nur teilweise zuhören, Schriftstücke bearbeiten, mit Kollegen diskutieren, während sich am Pult jemand mit seiner Rede – ja an wen eigentlich, wendet.
Gedacht war das anders: das Parlament sollte in einer Demokratie keine „Quasselbude“ (Bismark) sein, sondern der Ort, an dem die demokratischen Entscheidungen nach Diskussion und reiflicher Überlegung stattfinden. Darum gibt es 'Aussprache' und 'Abstimmung'. Tatsächlich ist es heute so, daß Aussprachen und Abstimmungen im kleinen Kreis in den Ausschüssen fallen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit also. Im Parlament werden dann ein paar Reden vorgetragen, oft im wahrsten Sinne des Wortes, die anschließende 'Abstimmung' erfolgt nach den vorher stattgefundenen Vereinbarungen.