Es muss nicht gleich Tiefseetauchen sein, aber: nein, der Rollstuhl ist keine Einschränkung, sondern er bedeutet Teilhabe.
Nicht mehr vor die Tür können, für alle Verrichtungen des täglichen Lebens um Hilfe bitten müssen, Kontakt zur Umwelt verlieren – das ist es, was für Viele bleibt, wenn der Rollstuhl nicht funktioniert, oder nicht vorhanden ist.
Einen Teil meiner Vereinsamung hatte das Internet mit seinen unendlichen Möglichkeiten aufgebrochen: in Foren diskutieren, Blogartikel schreiben, Blogs lesen, völlig neue Gedankenwelten kennenlernen, Wissen aneignen. Alles das war wunderbar, doch blieb es im digitalen Raum. Dann bekam ich den ersten Rollstuhl und konnte mir die analoge Welt Schritt für Schritt wieder erobern: die Menschen, die ich aus dem Internet kannte, treffen, Auge in Auge, unmittelbar ohne zwischengeschaltete Kamera mit ihnen kommunizieren; einkaufen, allein, ohne Nachbarn bitten zu müssen; Behördengänge erledigen; einfach bei schönem Wetter mal an den Rhein gehen, eine Tasse Kaffee trinken, neue Menschen kennenlernen.
Alles ohne Rollstuhl undenkbar.