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Martha

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Ist Gauck dritte Wahl?

„Guten Morgen, Martha!“

„Helau!“

„Na, das klingt aber eher grimmig, als fröhlich...“

„Was erwarten Sie denn? Diese Wulff- Schmierenkomödie mitten in der Karnevalssession war eigentlich zu unhumoristisch, um darüber lachen zu können, auf der anderen Seite aber auch zu albern, um sie richtig ernst zu nehmen.“

„Aber jetzt dürfte doch wieder Ruhe einkehren, 47% der Deutschen wollen Gauck als Präsidenten.“

„Das dürften in der Hauptsache Uninformierte, Unpolitische und „egal wer, Hauptsache es kehrt wieder Ruhe ein“- Befürworter sein.“

„Sie meinen, der ist damals zweite Wahl gewesen und jetzt, nachdem Voßkuhle und Lammert abgesagt haben, ist Gauck dritte Wahl?“

„Seine markigen Sprüche, seine tumben Ansichten, was brisante politische Themen anlangt: Vorratsdatenspeicherung, HartzIV, findet Sarrazin „mutig“, INSM, Occupy, Überwachung der Linken; er passt so ausgezeichnet zu den Hardlinern der CDU, daß man sich fragt, wieso er ausgerechnet von der SPD favorisiert wurde.“

„Aber wieso hat sich Merkel dann so gegen ihn gesträubt?“

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Die Unfähigsten

"Haben Sie das mitbekommen, wie unsere "Sicherheitsbehörden" unsere Sicherheit auf's Spiel setzen?"

Sagte Martha, nachdem wir uns heute Morgen begrüßt hatten: "Ja, Ermittlungsdaten nicht speichern - obwohl sie sonst geradezu versessen darauf sind, alles an Daten zu speichern, was ihnen in die Finger fällt."

"Ach, wenn es nur das wäre. Da gab es doch damals mal eine Aktion in Nordrhein- Westfalen, wo der Verfassungsschutz mit V- Männern versucht hatte, die NPD auszuhorchen, um dann Beweismaterial für ein Parteiverbot zu sammeln. Peinlich nur, daß die V- Männer verschiedener Dienste sich gegenseitig hochgeschaukelt hatten und die Beweise in sich zusammen fielen, weil sie ausschließlich die V- Männer belasteten."

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Dieser Papandreou!

Pfeifend saß sie auf ihrer Kiste heute. Sichtlich gut gelaunt, strahlte sie mir entgegen.

„Guten Morgen!“

Rief sie mir zu. Völlig überrascht von so viel guter Laune antwortete ich:

„guten Morgen, Ihnen geht es ja heute besonders gut, Martha.“

„Und ob. Dieser Papandreou! Ich liebe ihn!“

„Wie das, hat er nicht gerade den Untergang Griechenlands und womöglich der EU besiegelt?“

„Papperlapapp!“

„Was?“

„Wieder begriffsstutzig, wie? Er hat Merkel und ihrem Hegemonialstreben eine schallende Ohrfeige verpasst – und das freut mich außerordentlich.“

„Na ja, gut, aber er bringt doch ganz Europa in Gefahr.“

„Ach was. Dieses ganze Europa ist eine Farce. Undemokratisch zustande gekommen, bis zur Unregierbarkeit erweitert, das Parlament demokratisch gewählt aber ohne Machtbefugnis, die Kommissare – sowas wie die Regierung Europas – werden ernannt, nicht gewählt, dieses ganze Ding ist eine Missgeburt. Und dann gibt es da eine Kanzlerin, die meint, weil sie weltweit die viertgrößte und europaweit die größte Wirtschaftsmacht vertritt, als europäische Lenkerin auftreten zu dürfen.“

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Martha und der Mindestlohn

Ich sah es schon von Weitem: Martha wibbelte auf ihrer Müllkiste herum, also hatte sie mir sicher wieder etwas Aufregendes zu erzählen.

„Guten Morgen, Martha.“

„Morgen, für wie dämlich hält diese Frau eigentlich das Volk?“

Daran, daß in solcher Situation die Höflichkeitsformen, wenn überhaupt noch wichtig, auf das Mindeste beschränkt wurden, hatte ich mich ja gewöhnt – aber

„von wem reden Sie denn?“

„Diese Merkel! Ist das Weib noch bei Trost?“

„Nun mal langsam, worum geht es denn?“

„Da fragen Sie noch? Alle wissen es, nur Sie haben es wieder verschlafen: Merkel hat sich jahrelang geweigert, das Thema Mindestlohn auch nur zu diskutieren. Jetzt plötzlich über Nacht, kommt sie ganz nach Gutsherrenart, mit einem Mindestlohn von sieben Euro fünfzig heraus. - Und dann noch das: die Ostdeutschen werden natürlich wieder klein gehalten, die bekämen dann nur sechs Euro fünfundachtzig! Zwanzig Jahre nach der Vereinnahmung! Ausgerechnet eine Ostdeutsche tut alles, um die Wiedervereinigung zu torpedieren!“

„Wäre Mindestlohn denn nicht langsam mal angebracht? Immerhin ist Deutschland in Europa als Billiglohnland verschrien.“

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3. Oktober - Tag der deutschen Einheit

"Ha! 'Deutsche Einheit', daß ich nicht lache!"

Rief Martha mir zur Begrüßung zu, als ich heute Morgen mit dem Hund in ihre Nähe kam.

"Guten Morgen, Matha", erwiderte ich, "was gefällt Ihnen denn an unserem Nationalfeiertag nicht?"

"So ziemlich alles!" schnaubte sie: "Das fängt beim Datum an, geht über den Skandal, daß man 21 Jahre nach der Vereinigung beider deutscher Staaten von D e u t s c h e r Einheit nicht viel merkt und hört erst bei diesen albernen Jubelevents auf, bei denen Politiker sich feiern, als hätten s i e diese Vereinigung hervorgebracht."

"Immerhin wurde an diesem Tag im Jahr 1918 Prinz Max von Baden Kanzler der ersten deutschen Regierung, die vom Reichstag abhängig war [Link], ein wichtiger Schritt zu demokratischen Verhältnissen in Deutschland. 1990 traten an diesem Tag die 'Neuen Länder', also das Gebiet der ehemaligen DDR der Bundesrepublik Deutschland bei..."

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